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Aktuelle Informationen zum Tourismuscampus
30
Sep

Das war der Tourismuscampus Ostfriesland 2019

Praxis trifft Forschung: Tourismuscampus Ostfriesland an der Jade Hochschule Wilhelmshaven

Die 2. Auflage des Tourismuscampus vom 12.bis 14. September 2019 in Ostfriesland hat erneut touristische Akteure aus Praxis und Forschung zusammengebracht und zu angeregten Diskussionen mit vielen zukunftsweisenden Ideen geführt. Insgesamt 90 Vertreter aus vielen Teilen Deutschlands, den Niederlanden und sogar aus Frankreich haben dazu beigetragen, dass das Barcamp mit seinen Diskussionen auf Augenhöhe und seiner lockeren Atmosphäre viele neue Ideen aus der Tourismuswelt hervorgebracht hat.

Bereits am Abend davor konnten sich die Teilnehmer beim Get-together an den Skiterrassen Hooksiel in entspannter Atmosphäre mit Blick auf den See kennenlernen.

 

Am nächsten Morgen ging es nach einer auflockernden Vorstellungsrunde (Nennung von 3 persönlichen #Hashtags jedes Teilnehmers) an die Vorstellung der Sessions. Die Pitches brachten viele neue Themen zum Vorschein, so dass Teilnehmer sich schnell auf sehr interessante Sessions verständigten. Einmal mehr zeigte sich die bunte Vielfalt der Themen und Fragestellungen, wenn unterschiedliche Akteure zusammenkommen. Von neuen Veranstaltungsformaten im Tourismus über die touristische Vermarktung von Pilgerwegen in Niedersachen bis hin zur Diskussion über die Qualität von touristischen Studiengängen war für jeden etwas dabei.

Dabei haben sich die Interessenlagen sehr gut ergänzt, so dass die einzelnen Sessions wunderbar aufeinander aufbauten. Während zu Beginn noch ein angeregtes Brainstorming stattfand, wie man mit innovativen Ideen die Nebensaison („Off-Season“) belebt, brachte eine spätere Sessions über ein E-Sport Event in Schleswig-Holstein ein konkretes Beispiel zur spannenden Gestaltung der Off-Season.

Auch in den Sessions „Macht des Bildes“ und „Macht des Wortes“ wurden kreative Ideen für neue Urlaubsanreize vorgestellt. Mit dem Beispiel Filmtourismus wurde ein sehr anschaulicher Beitrag zur Macht des Bildes geliefert. Touristen gehen mit Fotos von einprägenden Momenten aus der Filmgeschichte auf die Reise an die Orte der Aufnahmen. Dort erstellen sie ihre eigenen Aufnahmen mit passendem Hintergrund. Doch das ist bei weitem nicht alles, was der Filmtourismus zu bieten hat. Nur ein einprägender Fakt aus der Session zu seiner Bedeutung: Jeder sechste Irland-Besucher gibt als Reiseinspiration die HBO Fernsehserie „Game of Thrones“ an. Bei solchen Zahlen sollte man am besten schnell mal recherchieren, welche Filme in der Tourismusregion so gedreht werden oder sich aktiver um Drehstandorte bemühen.

Dabei muss man nicht den Kopf hängen lassen, wenn sich keine Filme finden. Mit etwas Eigeninitiative kann man die Filme auch einfach selbst produzieren. So wurden in der Session „Storytelling“ verschiedene Beispiele von Filmformaten vorgestellt. Mit der ersten Social Media Mystery Serie „Lostfriesland“ und der dazugehörigen 360° Virtual Reality App zeigte die Ostfriesland Tourismus GmbH kreative Wege im Storytelling auf. Auch die Adaption der Serie „Game of Thrones“ mit einem eigenen Trailer wurde als Beispiel genannt. In dem Film wurde damit auf die sagenhaften Burgen und Schlössern aufmerksam gemacht. Als drittes Beispiel wurde die YouTube Serie „Auf Abenteuer in Ostfriesland“ vorgestellt. Hier begibt man sich auf die Spuren verborgener Orte, den sogenannten „Lost Places“.

Auch im Bereich des Pilgerns schlummert offenbar ein ungeahntes Potenzial. Allein in Niedersachsen gibt es ganze 16 Pilgerrouten. Diese wurden in der Session „Pilgern im touristischen Marketing“ vorgestellt, woraus sich eine Diskussionsrunde mit ungeahnter Dynamik entwickelte. Wusste erst kaum einer etwas über die Pilgerwege, gerieten die Köpfe der Teilnehmer nach einigen Impulsen ins Glühen. So wurde aus einem unbekannten Thema eine touristische Chance für die eigene Destination mit verschiedenen Vermarktungsideen entwickelt.

Ähnlich spannend war die Session zur Gründung und dem Aufbau eines Bed & Breakfast-Resorts. Die Gründerin in spe stellte ihr Konzept vor und die Augen von erfahrenen Akteuren aus der Tourismus- und Hotelbranche begannen zu funkeln. Die Ideeninhaberin wurde von Tipps und Tricks aus langjähriger Berufserfahrung geradezu überflutet. Die erfahrenen Hoteliers und Touristiker hatten sichtlich Spaß daran, sich einer neuen, aufblühenden Idee zu widmen. Sie gaben all ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter, so dass die Kollegin viele neue Eindrücke für ihr geplantes Resort gewinnen konnte.

Aus dem Bereich des Medienjournalismus gab es in der Session „die häufigsten Fehler bei Pressemitteilungen“ interessante Einblicke aus dem Fachbereich der Jade Hochschule.

Der Auszug aus diesen Sessions zeigt, welche Magie und besonderes Potenzial in einem Barcamp steckt. Jeder Teilnehmer kann einen aktiven Beitrag leisten, von dem die Gesamtheit der Mitwirkenden wiederum profitieren kann.

Am Abend wurden diese Themen bei leckerem Essen und Getränken weiter vertieft. Grandios die Einarbeitung der Themen durch das Impro-Theater Team „Bumerang“ aus der Wesermarsch, welches für den ein oder anderen Lacher sorgte.

Mit mehr als 20 spannenden Sessions schafft der „Tourismuscampus“ einen ganz besonderen Rahmen für ganz besondere Konstellationen von Gesprächspartnern, die im normalen Berufsleben vielleicht gar nicht so intensiv im Dialog stehen. Gerade dadurch entstehen ganz neue Denkanstöße, Perspektiven und Ansätze, die bei der Bewältigung der immer komplexer werdenden Tourismusarbeit weiterhelfen oder wie es eine der Teilnehmerinnen formulierte:

„Schön war’s, das Klassentreffen in Ostfriesland! Wenn man plötzlich nur noch Strandkörbe, Schafe und Miesmuscheln um sich herum sieht, dann ist das genau der richtige Moment, um innerlich einen Schritt zurückzutreten und einen Blick auf die eigene Profession zu werfen. Und, mit kleinen Impulsen aus der Wissenschaft, ist man ganz schnell bei den großen Fragen wie der Macht der Bilder und der Sprache, Nachhaltigkeit, Ethik und Verantwortung. Die Sessions sind viel zu kurz und die Themen zu vielfältig, aber Anregungen und Denkanstöße gibt es genug. Ein ganz dickes Dankeschön dem engagierten Orgateam und an alle, die aktiv mitgemacht haben! Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!“

Die Fortsetzung wird es geben, das Datum rechtzeitig bekannt gemacht. DANKE.

Vielen Dank auch an die Sponsoren, die diese Veranstaltung erst möglich machen: Tourismusmarketing Niedersachsen, Feratel Deutschland, Die Deutschen Jugendherbergen, der Event-Agentur Iventos sowie Auricher Süssmost und Jever Pilsener.

Weitere Impressionen:

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